Hämatologie   B   D   E   H   I   L   O   R   Z   A-Z 

Erythrozytenenzyme
Material Referenzbereich : Einheit Methode *
GAL1P Galaktose-1-Phosphat im Ery >> Anhang
EDTA-Blut 2,7 ml
7 - 22
µmol/l Erykonz.
ENZ(2)
G6PD Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase im Ery (G6PDH) >> Anhang
EDTA-Blut 2,7 ml
> 130
U/10'12Ery.
PHO(1)
GRD Glutathion-Reduktase im Ery >> Anhang
EDTA-Blut 2,7 ml
5.0 - 11.0
U/g Hb
PHO(2)
PKE Pyruvatkinase im Ery >> Anhang
EDTA-Blut 2,7 ml
5.3 - 17.3
U/g Hb
ENZ(2)

 

Erythrozytenmorphologie
Informationen zu Überschrift Erythrozytenmorphologie
Allgemeines
Morphologie Hb MCV MCH MCHC Retis Erkrankung
normozytär
normochrom
erniedrigt normal normal normal erhöht­ Blutverlust, Hämolyse, chron. Erkrankungen, Knochenmarkshypoplasie, Myelophthise
 mikrozytär
hypochrom
 erniedrigt erniedrigt erniedrigt erniedrigt
bis normal
erniedrigt Hämatol. Synthesestörungen: Eisenmangel, Eisenverwertungsstörung, Thalassämie
 makrozytär
hyperchrom
 erniedrigt erhöht­ erhöht­ normal erniedrigt Kernreifungs-Teilungsstörung: B12- Folsäuremangel, Lebererkrankungen, Präleukämie.
 Sphärozytose  erniedrigt erniedrigt erniedrigt erhöht­ erhöht­ Enzymdefekt in Erythrozytenmembran

Nomenklatur Morphologie Erkrankung
Akanthozyten/
Burr cells
mit 5-10 ungleichen großen Stacheln A-ß-Lipoproteinämie, Verotoxinbildner (E.coli, EHEC), hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
Anisozytose ungleiche Größe der Erythrozyten ohne Formveränderung jede Anämie, Eisenmangelanämie, Thalassämie
Anisochromie unterschiedliche Anfärbung durch unterschiedlichen Hb-Gehalt  
Anulozyten vergrößerte zentrale Aufhellung Eisenmangelanämie, Thalassämie
Basophile Tüpfelung bläuliche Körnchen als restliche plasmatische RNS Schwermetallvergiftung (Blei, Arsen), A. perniziosa, Hämoglobinopathie, Osteomyelofibrose, Dyserythropoese, extramedulläre Blutbldung
Dakrozyten tränenförmige Erys Splenomegalie, Osteomyelofibrose
Elliptozyten/
Ovalozyten
normal <1% familiäre Elliptozytose bis über 20%, megaloblastäre oder Eisenmangelanämie bis 10%
Echinozyten 10-30 regelmäßig verteilte Stacheln Urämie
Fragmentozyten zerrissene Erythrozyten, Eierschalenförmig intravasale Gerinnung, nach Herzklappenersatz, Hämolytisch-urämisches Syndrom
Howell-Jolly-Körperchen Kernreste nach Splenektomie, Verlust der Milzfunktion
Heinz-Innenkörper denaturiertes präzipitiertes Hämoglobin durch oxidative Schädigung bei Enzymdefekt im Pentosephosphatzyklus G6PDH-Mangel, Methämoglobinämie
Hyperchromasie vermehrte Färbung des Hb, MCH erhöht Megaloblastäre Anämie, Vitamin-B12-, Folsäuremangel
Hypochromasie ungenügende Färbung des Hb, MCH erniedrigt Hypochrome Anämien: Thalassämie, myelodysplastisches Syndrom, Eisenmangel, Entzündungs-, Infekt-, Tumoranämie
Kugelzellen siehe Sphärozyten hereditäre Sphärozytose
Makrozyten Erythrozyten von normaler Form, aber mit erhöhtem Durchmesser (>8,5 mcm), oft hyperchrom, MCV u. MCH erhöht, MCHC normal Leberzirrhose
Megalozyten vergrößerte, leicht ovale hyperchrome Erythrozyten, MCV erhöht Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Intrinsic-Faktor-Mangel, Fischbandwurm
Mikrozyten Erys mit normaler Form, aber mit vermindertem Durchmesser (<7 mcm), oft hypochrom, MCV u. MCH erniedrigt Eisenmangelanämie, Thalassämie, sideroachrestische Anämie
Normozyten 7-8 µm große normale Erythrozyten mit zentraler Aufhellung  
Poikilozytose ausgeprägte Formveränderungen jede schwere Anämie
Polychromasie bläuliches Eryplasma  
Schistozyten zerissene Erythrozyten mechanische Hämolyse, z.B. nach Herzklappenersatz, mikroangiopathische Hämolyse, Verotoxinbildner (E.coli)
Sphärozyten kleine dichte Scheiben ohne zentrale Aufhellung, MCHC erhöht, MCV u. MCH erniedrigt Sphärozytose
Sichelzellen durch abnormes Hb (HbS) nehmen die Erys unter Luftabschluß Sichelform an Sichelzellenanämie
Stechapfelerythrozyten stachelige Erythrozytenränder alkoholische Leberzirrhose, Artefakte
Target-Zellen Schießscheibenzellen, hypochrome Erys mit zentraler Verdickung Thalassämie, Leberzirrhose, Cholestase


 

Material Referenzbereich Einheit Methode *
ERYVB Erythrozytäre Verteilbreite (RDW)
EDTA-Blut 2,7 ml
11.5 - 14.5
%
RECH
Allgemeines Die Erythrozytenverteilungsbreite (RDW, Red Blood Cell Distribution Width) wird bei einem Blutbildes mitbestimmt wird und ist Maß für die Größenverteilung der Erythrozyten. Sie berechnet sich aus der Standardabweichung des Volumens (Sv) der Erythrozyten und dem Mittelwert des Erythrozytenvolumens (MCV) nach der Formel RBW (%)= Sv x 100/MCV.
Die Größenverteilung der Erythrozyten entspricht bei gesunden Patienten einer von etwa sechs bis neun Mikrometer Durchmesser verlaufenden Normalverteilungskurve (Price-Jones-Kurve).
Stark erhöhte Werte sind ein Hinweis auf das Vorliegen verschiedener Anämieformen, wie beispielsweise einer hämolytischen Anämie, einer Eisenmangelanämie, einer perniziösen Anämie oder einer Kugelzellenanämie. Extreme Erhöhungen können auch auf eine Osteomyelofibrose hindeuten. Pathologische Befunde werden in der Regel nicht isoliert betrachtet, sondern dienen im Zusammenhang mit anderen Laborwerten zur Differentialdiagnose. Werte unterhalb des Referenzbereiches besitzen hingegen keine klinische Relevanz.

* Genaue Methodenbezeichnung sowie Durchführungsorte sind im Tool Tip bei der Methodenabkürzung hinterlegt (Maus über Methodenkürzel ziehen)